Historisches

Aus der Vereinsgeschichte des FC 1950 Wiesbaden-Freudenberg e.V.

Die Gründung

   Am Anfang der dreißiger Jahre entstanden auf dem Freudenberg die uns bekannten Siedler-Häuser. Die Bewohner
   der "Randsiedlung", wie sie gern von den alteingesessenen Bewohnern der Nachbargemeinden genannt wurde,
   beherbergte schon damals sportlich interessierte, aktive Spieler. Diese waren jedoch in den benachbarten
   Vereinen tätig. Sicherlich wäre die Gründung eines Sportvereines schon früher möglich gewesen, der zweite
   Weltkrieg und die nicht leichte Zeit danach verhinderte dies jedoch.
   Aber im Jahre 1950 war es soweit.
   Wie kam es dazu?
   Wie so oft in solchen Fällen, so kann man auch hier die Jugend als auslösendes Element betrachten. Jugendliche,
   die in Ihrer Freizeit auf der "Gaaseweide" sich sehr oft zum Fußballspielen trafen, fielen den sportlich in den
   Nachbarvereinen tätigen Mitbewohnern auf.
   Die Frage: "Warum können wir nicht zusammen in einem Freudenberger Verein spielen?" war hier gestellt!
             
   Karl Wintermeyer (Eier-Karl) fasste damals den Mut und lies durch den Gemeinschaftsleiter der Siedlung, Herrn
   Sattler, "ausschellen", dass ein Fußballverein auf der Siedlung gegründet werden soll und eine Zusammenkunft
   in der Gaststätte Brodt, Freudenbergstraße, stattfindet.
             
   Am 02. Juli 1950 traf man sich in der Gaststätte Brodt und gründete den FC 1950 Wiesbaden-Freudenberg. Die
   Teilnahme an der Versammlung war erfreulich gut.
   Leider wurde kein Teilnehmer-Protokoll geführt, aber folgende Personen nahmen an dieser Gründungsveranstaltung
   teil:
   Ferdinand Schmidt, Franz Schmidt, Heinz Schmidt, Günter Schmidt, Kurt Lehnig, Heinz Butzbach, Friedrich Hanika,
   Karl Wintermeyer, Gerhard Schnok, Hans Schnok, Willi Prinz, Helmut Klein, Manfred Klein, Willi Ehinger,
   Bubi Stricker, Hans Röther, Herbert Schuhmacher, Karl Wald, Georg Wenicker, Friedrich Körppen, Heinz Weber.
  
   Zum 1. Vorsitzenden wurde Ferdinand Schmidt nominiert.
   Der anstehende geschäfltiche Teil wurde von Karl Wald, Georg Wenicker und Friedrich Körppen übernommen.
   Die Führung des noch jungen Vereins gestaltete sich erwartungsgemäß als schwierig, doch durch Kameradschaft, ein
   entschlossener Wille zum Sport und durch die ständige Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühles wurden diese
   Widrigkeiten gemeistert. Die Früchte dieser Sportbegeisterung zeigten sich durch Eintritt vieler Mitglieder,
   sodass es den noch jungen Gründern möglich war, selbst verstärkt dem aktiven Sport nachzugehen.
  
   Friedrich Körppen war es dann auch, der die ersten Spieler Trikots von seinem Geld kaufte, um zur Freudenberger
   Kerb bereits eine volltändig eingekleidete erste und auch zweite Mannschaft vorstellen zu können.


Die nächsten Jahre

   Nach zwei Jahren übernahm Erich Erd den Verein. In den sieben Jahren seiner Amtszeit wurden große Anstrengungen
   unternommen, den Verein in die nächst höhere Klasse (A-Klasse) zu bringen.
   Nickel Hennrich, Leistungsträger bei unserem Nachbarverein Schierstein 08, wurde als Spielertrainer gewonnen.
   Er brachte seine Freunde Eichmann und Bachmann mit, die gemeinsam eine beachtliche Verstärkung der ersten
   Mannschaft waren. Leider blieb der Erfolg aus und mit dem plötzlichen Tod von Nickel Henrich entstand eine Lücke,
   die sich auf die Spielstärke der Mannschaft auswirkte. Eine kleine Aera war zu Ende.
   Aber auch die nächsten Vorsitzenden des Vereins, Friedrich Rossel, Hans Schnok, Karl Eul, Friedrich Körppen
   und Kurt Dillitz konnten in ihrer Amtszeit die weitere Zugehörigkeit zur B-Klasse nicht verhindern.
   Schon oft war der FC Freudenberg nache daran, Meister zu werden, aber immer häuften sich im letzten Augenblick
   die Schwierigkeiten und man schob seine Wünsche immer wieder für das nächste Jahr auf.
  
   Erinnert sei die Sportplatz Misere. Der FC Freudenberg hatte in den ersten Jahren kein richtiges Zuhause.
   Selbst der Initiative der Mitglieder und Vorstandsitgliederzum Bau eines eigenen Sportplatzes "An der Kaserne"
   wurde von amtswegen ein Riegel vorgeschoben.
   Dies konnte den Club aber nicht ins Wanken bringen. Im Gegenteil, das Band der Kameradschaft wurde nur noch
   fester. Der Erfolg dieser Kameradschaft sollte nicht ausbleiben.
   Als schon niemand mehr an einen Aufstieg in die A-Klasse dachte, war es unter dem 1. Vorsitzenden, Horst Bieler
   und dem Spielausschußvorsitzenden, Helmut Klein, endlich soweit.

Die erste Meisterschaft

   In souveräner Manier holte sich der FC Freudenberg in der Spielzeit 1967/68 die Meisterschaft in der
   B-Klasse Wiesbaden und damit den Aufstieg in die A-Klasse.
   Die Mannschaft, die diese Meisterschaft gewann, setzte sich aus folgenden Spielern zusammen:
  
   Peter Thurn, der durch einen Arbeitsunfall nach den ersten vier Spielen viel zu früh von uns gegangene
   Torwart,
  
   Heinz Schmidt    Walter Jeck    Wolfgang Dauer            Ottmar Schreiner    Dieter Fahrenberg
   Klaus Stalter    Ludwig Fischer    Karl-Heinz Bender    Günter Schmidt            Uwe Kugelstadt
   Dieter Nebel            Peter Ickstadt    Horst Weyel            Friedrich Wintermeyer
  
   Unvergessen, die in eigener Regie in einem Zelt auf dem Kerbeplatz durchgeführte Meisterschafts-Feier.
   Leider konnte die A-Klasse nicht gehalten werden und der FC Freudenberg mußte schon nach nur einem Jahr
   Zugehörigkeit zur A-Klasse den Weg in die B-Klasse antreten.

Wiederaufstieg nach zwei Jahren

   Es dauerte zwei Spielzeiten, ehe überraschenderweise in der Spielzeit 1971/72 wieder der Aufstieg gelang, dies
   obwohl nur ein sehr kleiner Spielerkader zur Verfügung stand. Spielertrainer Dieter Weller (ehemaliger Hessen-
   liga Spieler von Biebrich 02) konnte mit einem intensiven Training, die Mannschaft an die Spitze führen. Vorteil-
   haft war, dass es sich in dieser Spielzeit um eine sehr kleine Klasse handelte und die Mannschaft von Verletzungen
   und Sperren weitgehend verschont geblieben war.
  
   Im Vorfeld war vielen bereits klar, dass ein Klassenerhalt in der A-Klasse nur schwer zu schaffen war, da der
   Spielerkader in der folgenden Spielzeit 1972/73 immernoch viel zu klein war.
   Und so kam es wie viele befürchtet hatten, wieder nach nur einem Jahr Abstieg aus der A-Klasse.

Der FC Freudenberg eine "Fahrstuhlmannschaft" !?!

   Nach dem zweiten Abstieg aus der A-Klasse sollte diesmal ein Neuaufbau langfristig erfolgen, da aus der
   Jugend in den nächsten Jahren vielversprechende Talente zu erwarten waren und auch einige ältere Spieler
   nach und nach in die Alten Herren abwanderten.
   Trotzdem wurde man in der Saison 1974/75 und 1975/76 jeweils nur knapp hinter den Meistern, Rüdesheim und
   Kiedrich, Zweiter.
   In der Saison 1977/78 reichte es endlich wieder für den Meistertitel, so dass man innerhalb von 10 Jahren
   zum 3. Mal in die A-Klasse aufsteigen konnte. Deshalb wurde der FC Freudenberg von der Presse auch als
   "Fahrstuhl-Mannschaft" bezeichnet.
   Aber diesmal sollte es anders kommen. Insgesamt 4 Jahre war die A-Klasse (im übrigen die heutige Bezirksliga)
   unsere Heimat. Unvergessen die Spiele gegen TuS Hahn oder den SV Wehen, dem Nachbarn TuS Dotzheim oder der
   SG Walluf.
   Die SG Walluf spielte dann in der Saison 1981/82 Schicksal mit dem FC Freudenberg. Unter Spielertrainer
   Steuck verloren wir dort das entscheidende Spiel und stiegen ab in die B-Klasse. Bei nur einem Punktgewinn
   hätten wir die Klasse gehalten und die SG Walluf wäre abgestiegen.

Kurzer Ausflug in den Rheingau

   Nach dem Abstieg orientierten wir uns in den Rheingau, da dort dringend zum Erhalt der Spielklassenstärke
   weitere Mannschaften benötigt wurden. Leider konnten wir nicht wie erhofft für Furore sorgen.
   Im kommenden Jahr wurden wir wieder der Wiesbadener B-Klasse zugeordnet, da dort zwei B-Klassen (West und
   Ost) eingerichtet wurden.
   Bereits in der Saison 1984/85 klopften wir wieder an die Tür der A-Klasse, wurden jedoch auf der Zielgeraden
   von Schwarz-Weiß Wiesbaden noch abgefangen.

Wieder A-Klasse aber diesmal gekommen um zu bleiben

   Zwischenzeitlich hatten wir vielversprechende Talente für den aktiven Bereich durch eine gut organisierte
   Jugendarbeit zur Verfügung. Um mit diesen "Eigengewächsen" schnell vorwärts zu kommen, mußte ein erfahrener
   Trainer gefunden werden. Mit dem ehemaligen Bundesligaprofi, Jürgen Rohwedder, wurde dies in der
   Saison 1985/86 gezielt angegangen.
   Die Mannschaft setzte die Vorgaben ausgezeichnet um, schoss sich schon in den ersten Spielen an die Spitze und
   errang ungefährdet schon frühzeitig die Meisterschaft, obwohl neun Spiele vor Rundenschluss Jürgen Rohwedder
   aus beruflichen Gründen (Umzug nach Hamburg) die Trainingsleitung abgab.
   Von 18 Stammspielern der ersten Mannschaft kamen 14 Spieler aus der eigenen Jugend. Ein Erfolg der konsequenten
   Jugendarbeit unter Heinz Weber. Diesem Umstand und das jährlich aus der Jugend hinzukommende Talente zur Ersten
   Mannschaft hinzukamen, ist es zu verdanken das sich unser Verein jahrelang in der A-Klasse (Bezirksliga)
   etablieren konnte.

13 Jahre Bezirksliga

   In der langen Zeit in der Bezirksliga landeten wir meistens jenseits von "Gut und Böse" im Mittelfeld oder im
   oberen Tabellendrittel. In der Saison 1989/90 verpassten wir unter Spielertrainer Detlev Geissler mit nur einem
   Punkt Rückstand hinter dem FC Naurod die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksoberliga.
  
   In der Saision 1994/95 nahmen wir nach dem Entscheidungsspiel gegen Karadeniz Wiesbaden an der Relegation teil.
   Wir konnten uns jedoch nach den Spielen gegen Geisenheim 08, Steinfischbach, Nordenstadt und Eddersheim nicht
   durchsetzen. Als Spielertrainer hatten wir mit Gert Kramp einen ausgezeichneten Trainer.
   Nach diesem Scheitern verloren wir nach und nach viele Stammspieler an höherklassige Vereine, dies besonders
   nach dem Aufstieg des TuS Dotzheim in die Bezirksoberliga.
  
   Da auch aus dem Jugendbereich nicht mehr die Menge an Spielern zur Stärkung der aktiven Mannschaften zur
   Verfügung stand, musste sich der Verein um "auswärtige" Spieler kümmern.
   2 Spielzeiten ging dies gut, jedoch in der Saison 1998/1999 mußten wir nach 13 Jahren Zugehörigkeit zur
   Bezirksliga wieder absteigen.

Rückkehr in die Bezirksliga nach 7 Jahren

   In den folgenden Spielzeiten von 1999 - 2005 spielte der FC Freudenberg zwar nie gegen den Abstieg aus der
   A-Klasse, aber auch keine große Rolle im Aufstiegs- oder gar Titelrennen. Ein Jahr aufs andere folgte eine
   Platzierung im Mittelfeld oder im oberen Drittel der Tabelle, aber immer weit genug vom Aufstieg weg.
  
   Dies sollte sich in der Saison 2005/06 ändern. Nachdem 7 Stammspieler Ende der Saison 2004/05 den
   FC Freudenberg verließen, musste ein Umbruch erfolgen. Ein neuer Spielertrainer wurde verpflichtet,
   Sinan Tosun. Er sollte eine neue Mannschaft aufbauen und im ersten Jahr versuchen, mit einer neuen jüngeren
   Mannschaft, eine "vernünftige" Platzierung zu erreichen.
   Doch die vielen Neuzugänge im Sommer 2005 und in der Winterpause fügten sich so gut in die Mannschaft ein, dass
   der FC Freudenberg (mitten im Umbruch) bereits um einen Aufstiegsplatz spielte.
   Am vorletzten Spieltag konnte der FC den dritten Tabellenplatz hinter Germania Wiesbaden und Kostheim 12
   sichern.
  
   Dies bedeutete die Relegation gegen den FSV Schierstein 08.
   Nachdem das erste Spiel in Schierstein mit 2:2 unentschieden ausging (Der Ausgleich viel 2 Minuten vor
   Schluss, durch einen direkt verwandelten Freistoß des "Oldies" Dirk "Dixie" Dörner, nachdem wir 1:2 hinten
   lagen.) konnten wir im Rückspiel auf dem Niederfeld Sportplatz mit 1:0 gewinnen. Den Siegtreffer schoß Sascha
   Wittich in der ersten Hälfte.
  
   In diesem Jahr vielen einige Spieler durch besonders starke Leistungen auf. Zu erwähnen sind folgende Spieler:
   Cem Koc, Neuzugang von CD Espaniol, schoß in dieser Spielzeit 34 Tore.
   Thomas Krull, hielt mit etlichen Paraden und guten Reaktionen einige Punkte bei einigen unserer knappen Siege fest.
   Alex Steeg, Spielführer in dieser Saison und großer Rückhalt in der Abwehr.
   Sascha Wittich, der in diesem Jahr im Mittelfeld die Fäden zog, etliche Tore vorbereitete und selbst jede Menge Tore
   schoss.